literatur film kunst
leitzordner
„nein, nein, mein büro wird dieses nicht sein, dachte ich. ich werde mich von den leitzordnern nicht beherrschen lassen. millionen sind von leitzordnern beherrscht und kommen aus dieser demütigenden beherrschung nicht mehr heraus, dachte ich. millionen sind von diesen leitzordnern unterdrückt. ganz europa läßt sich seit einem jahrhundert von den leitzordnern unterdrücken und die unterdrückung der leitzordner verschärft sich, dachte ich. bald wird ganz europa von den leitzordnern nicht nur beherrscht, sondern vernichtet sein. das habe ich ja auch einmal gambetti gesagt, daß vor allem die deutschen sich von den leitzordnern unterdrücken haben lassen. selbst die literatur der deutschen ist eine von den leitzordnern unterdrückte, habe ich zu gambetti einmal gesagt.“ usw. usf.
thomas bernhard in „auslöschung“
ich hasse mich selber dafür, wie ich manchmal in irgendwelchen büros herumstehe, ehrfürchtig die mit leitzordnern praktisch tapezierten wände anstarre und mir vorstelle, wie wichtig und wie ernsthaft doch die arbeit dieser menschen sein muß, die in so vielen leitzordnern geordnet und aufbewahrt wird.
da erfrischt und beruhigt mich doch so eine kleine tirade von t.b. ungemein. auch wenn sein rundumschlag noch weiter gehend sogar thomas mann und robert musil gleich mit als ‚hilflos erbärmliche beamtenliteraturerzeuger‘ abkanzelt. naja, wo späne fallen wird gehobelt, oder so.
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