literatur film kunst
broken flowers
wie man sieht: ich bemühe mich um aussagekräftige titel - da weiß man doch gleich worum es geht.
habe mir vorgestern mit Katja „Broken Flowers“ angeschaut. ich sags gleich vorweg: der film ist ok, kann aber, obwohl er das potential dazu hätte, nicht mit „lost in translation“ mithalten, wenn es um unausgesprochene poesie, den film im kopf des zuschauers geht.
und wem die älteren filme von Jim Jarmusch wegen ihrer verrücktheit, ihrem anarchismus oder ihren knuffigen charakteren gefallen, der findet sich hier erst recht nicht wieder (man denke nur an den etwas bemüht gezeichneten amateurdetektiv Winston, der Don auf die reise schickt.)
schön ist das thema: ein mann begibt sich in seine vergangenheit zurück, um sich einige seiner möglichen zukünfte anzuschauen. wenns um das wiedersehen mit menschen aus der vergangenheit geht, muß man ja nicht immer gleich an klassentreffen denken.
lustig finde ich auch, daß Katja meinte, am anfang als Sherry Don verläßt, und der nur müde winkt, nichts sagt und nichts tut, hätte sie an mich denken müssen. vielleicht. was soll man denn da auch machen? wenn man sich streitet und die frau geht zur tür raus, wartet sie ja nur darauf, daß der mann ihr nachläuft und sie zurückholt, hab ich jedenfalls mal in der „Brigitte“ gelesen. aber wenn die frau sich entscheidet, einfach eines morgens mit ihren koffern aus der tür zu gehen - da ist wohl sowieso nichts mehr zu machen, und jeder kniefall würde alles nur verschlimmern.
entäuscht war ich von Tilda Swintons auftritt, wohlgemerkt von ihrer unbefriedigenden rolle, nicht von ihr selbst. als erzengel Gabriel in „Constantine“ hatte sie dagegen eine rolle, die ich richtig abgefahren fand.
Bill Murray spielt mal wieder sich selbst und das macht er gut. ich kann ihn jedenfalls verstehn. manchmal wünsche ich mir nicht nur sein phlegma zu haben, sondern auch seinen stoizismus, dann würde ich nicht mehr ausrasten müssen, und das wäre schon mal was.
übrigens: die blumenverkäuferin, die Don ein pflaster auf die stirn klebt, heißt Sun Green, ein name, den Jarmusch von Neil Youngs album „Greendale“ geborgt haben soll.
fotogalerie bei der international movie data base
Kommentare
travelmate am 25. Okt 2005 12:39
mein eindruck vom film war ähnlich. mittlerweile finde ich jim jarmusch völlig überbewertet. "coffee and cigarettes" war aus meiner sicht auch schon ein reinfall. ich bin allerdings auf "a history of violence" von david cronenberg gespannt.
æ am 25. Okt 2005 19:35
also bei coffee and cigarettes kann ich dir nicht folgen. die szenen vergißt man doch nicht: "groundhog-day-ghost-bustin-ass-murray", "i drink much coffee, so i can dream fast!"
aber hauptsächlich hat der film mir natürlich wegen cate gefallen ...
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