ERNST
ernst

In wieviel Jahrtausenden bahnte sich das Wasser
seinen Weg durch die Felsen.
Irgendein Kelte gab dem Fluss den Namen.
Über Jahrhunderte waren es die Flößer,
die darauf käpften.
Sollte doch der Krieg der Vater aller Dinge sein?
Bis einer ganz sinnlos mit einem Hadernkahn
sich in das drohende Gebrause stürzte,
Wellen reißen das Gefährt mit,
in Löchern wird er festgehalten
und droht zu versinken,
Wasser schlägt über ihm zusammen,
mehr mit dem Überleben als mit dem Steuern beschäftigt.
Einen Moment denkt er an die Schitour vor vier Wochen,
im Schneegestöber auf der Birkkarspitze,
von dort kommt der Karwendelbach her,
das Ende der Schlucht.


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ernst

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Da bastelst du einen Abend lang an einem Bildchen.
Alles hängt von dir ab, Gegenstand, Farben, Strich,
Wie ein Kleinkind von den Eltern.

Am Schluss Aufatmen, wie nach der Reparatur des Autos
oder der Küchenmaschine.
Es sei geglückt, obwohl ich nicht weiß warum.
Sagt die Lehrerin, oder ist es nur geschickte Pädagogik.

Und doch träumt es sich anders, wenn die Finger noch
Farbspuren tragen: farbig.


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ernst

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Tiefe Vergangenheit liegt über dem Land,
Aus dem Tetysmeer aufgetaucht,
Über Jahrmillionen vulkanisch beregnet,
Durch Wind und Wetter geformt,
Ehe der Mensch kam und Höhlen in den Tuffstein schlug.

Mögen Religionen in der Wüste geboren werden,
Auch hier sieht es danach aus,
Mit Schamanen und Heiligen
Und den Erfindern der Mystik,den Derwischen.

Heute hallt der Ruf des Muezzins
Über die abgeernteten Felder,
Darunter noch Schätze verborgen.
Einer der davon etwas verstand
Ist darüber sogar Türke geworden:
O s m a n K o r f f m a n n .


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ernst

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Ist der Tag zu schön,
samtene Bläue über See und Bergen,
an einer Kette aufgereihte Kirchen,
zu denen schattenspendende Kastanienbäume hinführen,
flach wurzelnd, wie in den Biergärten.

Sind wir wie Pilger eines einst gläubigen Oberlandes.
Auch die Maler der Fresken und Altarbilder seien
tiefgläubig gewesen, (die Asams leisteten sich eine
eigene Kirche) wie die Ikonenmaler.

Oder ist es die drückende Schwühle, die uns in die
Kirchen treibt. So wandern wir von Bild zu Bild
und lernen allmählich diese zu deuten,
im Barock öffnet sich der Himmel.

Immer wieder fällt mir das Kruzifix auf, ein richtiger
Kreuzweg. Goethe der alte Platonist polemisierte
dagegen, zu Recht, zu Unrecht.

Manchmal schüttle ich den Gedanken ab, zum letzten Mal
hier zu sein, zu Recht, zu Unrecht.Mittagessen im
Klosterstüberl, auch das ein Rest längstvergangener
Zeiten, kein Mönch mehr singt die Non.

Auf der Heimfahrt, die Hitze noch ungebrochen.



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ernst

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Kirchen wechseln die Konfession
Wie den Stucküberzug,
War je einer da?
Nur schwer verstehbar,
Die seinerzeitigen Streitereien,
Auf Leben und Tod ausgetragen.
Vergeblich höre ich auf die Gebete,
Die hier über Jahrhunderte gesprochen
Zu einem unveränderlichen Gott.


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ernst

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Hie und da taucht eine Landschaft auf,
am Rand der Skizzen von all den Maschinen,
noch nie von einem Menschen erfunden,
allerhand Kriegsgerät utopisch für seine Zeit,
Flugzeuge, Brücken Wasserläufe, Messgeräte,
wusste er zuviel, Vielseitigkeit schafft Feinde,
von der Anklage der Homosexualität konnte er sich retten
malte an einem letzten Abendmahl
und ein magisches Frauenbild,
sowie Landschaften aus der Umgebung von Mailand.


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ernst

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Da entwischt eine Melodie
dem Rohr der Klarinette,
nur einen Atemzug lang.

Sollte die Erinnerung in
Atemzügen gespeichert sein,
je flüchtiger um so tiefer.

Seltsame Verbindung zwischen
Erinnerung und Atem
atmen und musizieren.


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ernst

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Ein dünner rauchender Schmerz im Kopf:
war es der strahlende Schnee,
der pfeifende Wind,
die verschwommene Sonne,
die keiner mehr kennt
oder die Hitze in der Hütte
bei einer Radlerhalbe.


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ernst

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Die letzten Touren hab ich Stift oder Block vergessen . Es bleibt also nur das Bild in der Erinnerung, der Parkplatz an dem man ein Ticket lösen muss, wie passt das zu "die Berge sind frei". Freunde mit denen ich lebenslänglich auf Tour gegangen bin, wie zusammen alt gewordene Paare. Der Schatten der Bäume, Gitterstäbe. Anekdoten, das Gerüst des Lebens, andere durch den Kakau ziehen. Es wird steiler, der Gipfel ist nahe. Abfahrt auf einer fremden Spur, gewöhnlich ist hier Lawinengefahr. Dann wieder auf eingefahrenen Gleisen. Zum Schluss ein Zieher, der Beginn jeglicher Schikarriere.


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ernst

Weihnachten 2004 Neujahr 2005 HDH, Ogau 020.jpg

Eine lange Tour in den Beinen
Tee mit Rhum im Magen
verfolgen wir die Köpfe der Noten
mit den Augen: Spielerei


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